Die Geschichte von Marialinden

Die Geschichte beginnt vor 1500 – viele Hofschaften sind noch älter. Die Geschichte von Marialinden ist eng verknüpft mit der Alten Brüderstraße (Straße der pilgernden Bruderschaften/Klosterbrüder), hier im Ort Pilgerstraße genannt. Über diese Straße führt auch ein Jakobsweg in Richtung Köln und ein Elisabethpfad nach Marburg.

Die Straße wird 1464 urkundlich genannt, war Handels- und Erzabfuhrstraße zwischen Köln und Siegen und darüber hinaus. An dieser Straße, Flur Siebenlinden, entwickelte sich Marialinden als Gast- und Rastplatz. Bis in die 20-iger Jahre gab es rund um die Kirche sieben Gaststätten.

Vor 1512/1515 wurde zunächst ein Heiligenhaus, dann eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes gebaut. Die Kirche St. Mariä Heimsuchung wurde von da an selbst Ziel vieler Pilger bis heute.

Die urkundlich belegte Geschichte von Marialinden beginnt mit dem Bau einer Kirche und der Marienverehrung. In einer Urkunde aus dem Jahre 1515 wird berichtet: „Vor einigen Jahren ist im Gemeindebezirk Overath in der Ortschaft Marialinden durch die Lenkung des allmächtigen Gottes und seiner gebenedeiten Mutter Maria erstlich ein Heiligenhaus, danach eine Kapelle zu Ehren derselben Maria, der Mutter Gottes gebaut worden. Seit langer Zeit und auch jetzt noch spenden dafür gute Leute ihre Almosen zum Besuch und zur Verehrung der Mutter Gottes”.

Über Jahrhunderte hinweg und bis heute blieb Marialinden ein Marienwallfahrtsort. Alljährlich in der ersten Woche im Juli wird eine sogenannte „Festoktav“ zu Ehren der Gottesmutter gefeiert. Besonders in Notzeiten kamen Tausende nach Marialinden. Sie feierten dann in Gebet und Prozessionen die Hilfe der Gottesmutter in Not und Gefahr.

Ältere Zeugnisse – bis ins 12./13. Jahrhundert – gibt es zu Ortschaften rings um Marialinden. Marialinden – das ist nämlich zugleich die Kirchengemeinde Marialinden mit den 47 Ortschaften: Abelsnaaf, Birken, Bixnaaf, Bixnaaferniühle, Blindenaaf, Blindenaafermühle, Breidenassel, Breitenstein, Büchel, Büscherhöfchen, Dahl, Fahn, Falkemich, Federath, Fischermühle, Großoderscheid, Hagen, Hardt, Hentgesnaaf, Höhe, Kirschbaum, Kleinoderscheid, Krahwinkel, Krampenhöhe, Landwehr, Linde, Lorkenhöhe, Marialinden, Meegen, Niedergrützenbach, Obergrützenbach, Oderscheiderberg, Oderscheiderfeld, Rottfeld, Schalken, Schlingenthal, Schommelsnaaf, Schwellenbachermühle, Siebelsnaaf, Siefen, Tixhofen, Vilshoven, Weißenstein, Wüststeimel.

Enge Kontakte bestehen auch zu den Nachbarortschaften der Gemeinde Much.

In früherer Zeit erwarben die Marialindener ihren Unterhalt überwiegend in der Landwirtschaft. Die ganze Familie lebte davon. Später kam der Zuerwerb in den Bergwerken Kirschbaum (Kupfer), Fischermühle, Loope, Kastor, Lüderich (Erze) usw. hinzu. Inzwischen ist der Anteil der Landwirtschaft als Erwerbszweig auf eine geringe Prozentzahl zusammengeschmolzen. Dafür finden umso mehr Bürger ihre Arbeit in den verschiedensten Gewerbe- und Dienstleistungsbereichen im ganzen Umland bis nach Köln.